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Kinderfüße brauchen keine Schuhe

Kinderfüße brauchen keine Schuhe, sie benötigen Bewegungsfreiheit. Nur barfuß kann der Fuß sich dem Boden direkt anpassen.

 

Kinderfüße wachsen schnell

Als Faustregel gilt:
Kinderfüße wachsen bei Laufanfängern monatlich um 1,5 mm, bei älteren Kindern um 1 mm.
Bei 2-3-Jährigen wächst der Fuß also innerhalb von 4-5 Monaten aus einem gut passenden Schuh heraus.

Für das Messen der Fußlänge gilt allgemein die Regel:
Der Fuß sollte bei 1- bis 3-Jährigen alle 2 Monate,
bei 3- bis 4-Jährigen alle 4 Monate und
bei 4- bis 6-Jährigen alle 6 Monate gemessen werden.

Erst mit ca. 16 Jahren hat der Fuß seine endgültige Fußform erreicht.

 

Worauf sollte beim Schuhkauf geachtet werden? 

Schuhe müssen in Länge und Weite passen und dürfen keine Falten aufweisen, die Schmerzen bereiten können. Um störende Falten oder drückende Nähte im Zehenraum zu spüren, empfiehlt es sich, mit den Fingern in die Schuhspitze hineinzufahren und sie abzutasten.
Der Schuh soll auch nicht weich gebettet sein und er sollte kein Fußbett haben.
Wichtig ist aber eine biegsame Sohle, damit der Schuh der Abrollbewegung des Fußes folgen kann und die freie Bewegung nicht behindert. Dies wird mit einem Abknicktest geprüft, indem die Schuhsohle in sich gebogen wird: Dazu wird mit leichtem Druck der Schuh im Vorfußbereich ca. 90° abgeknickt und dann von der Ferse bis zur Spitze diagonal ca. 90° verbogen. So lässt sich die Flexibilität in Längs- und Querrichtung testen. Ist dieser Test möglich, dann ist die Schuhsole nicht zu steif. Bei dicken Sohlen ist der Abknicktest oft nicht möglich. Prinzipiell zu beachten ist, dass Kinderfüße am Nachmittag ca. 4% größer als vormittags sind, weswegen Schuhe möglichst nachmittags gekauft werden sollten. 

Nicht jeder Schuhladen hat ein WMS-Messgerät (Weit-Mittel-Schmal-) Messgerät. Um dennoch den möglichst passenden Schuh für das Kind zu finden, kann eine Fußschablone des Kindes angefertigt werden. Dazu wird das Kind barfuß auf einen Pappkarton gestellt und der Umriss beider Füße abgezeichnet. Wichtig beim Umfahren des Fußumrisses sind die Zehen. Sie dürfen nicht eingekrallt sein, sondern müssen vor dem Umfahren entfaltet werden. Beim Laufen müssen die Zehen nach vorne Spielraum haben, da der Fuß bei dem Schritt nach vorne geschoben wird. Deshalb wird auf der Fußschablone an der Fußspitze, ein ca. 12 mm langer Freiraum zugegeben, 6 mm für das erwartende Wachstum und 6 mm für den sog. Schub nach vorne. Der um 12 mm verlängerte Umriss des Kinderfußes wird dann ausgeschnitten und als Schablone verwendet, die leicht in den neuen Schuh passen soll. 

Zusätzlich sollte man die Kinder im Schuhladen mit den neuen Schuhen eine geraume Zeit laufen lassen, um zu sehen, ob sie mit den Schuhen gleich gut laufen wie barfüßig. Hat der Fuß im Schuh keinen Halt und rutscht mit der Ferse aus dem Schuh, ist dieser möglicherweise zu breit. Dann darf der Schuh jedoch nicht kürzer gekauft werden, sondern muss schmäler sein.

 

Viel Spaß beim Schuhkauf!

 

Quelle: Buch „Der kleine Fuß ganz groß“ von Barbara Zukunft-Huber

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